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Manuelle Lymphdrainage

Manuelle Lymphdrainage (MLD): Lymphödem, Lipödem und KPE erklärt

Physiotherapie am Musikforum
Manuelle Lymphdrainage (MLD): Lymphödem, Lipödem und KPE erklärt

Manuelle Lymphdrainage (MLD) wird häufig im Zusammenhang mit Schwellungen und Erkrankungen des Lymphsystems genannt. Dabei begegnen Patienten Begriffen wie Ödem, Lymphödem, Lipödem und Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE).

Manuelle Lymphdrainage (MLD) wird häufig im Zusammenhang mit Schwellungen und Erkrankungen des Lymphsystems genannt. Dabei begegnen Patienten Begriffen wie Ödem, Lymphödem, Lipödem und Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE).

Diese Begriffe beschreiben jedoch unterschiedliche Dinge. Ein Ödem ist nicht automatisch ein Lymphödem, ein Lipödem ist keine andere Bezeichnung für ein Lymphödem und Manuelle Lymphdrainage ist nicht mit der esamten KPE gleichzusetzen.

Für die physiotherapeutische Behandlung ist daher zunächst eine differenzierte Betrachtung der individuellenSituation entscheidend.

Was ist ein Ödem?

Ein Ödem bezeichnet eine vermehrte Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe. Es handelt sich um einen übergeordneten Begriff und nicht um eine bestimmte Erkrankung.

Ödeme können in sehr unterschiedlichen medizinischen Zusammenhängen auftreten. Eine sichtbare oder wahrgenommene Schwellung allein erlaubt deshalb noch keine Aussage darüber, welcher Mechanismus dahintersteht.

Entsprechend ist auch nicht jedes Ödem automatisch ein Lymphödem.

Was ist ein Lymphödem?

Ein Lymphödem ist eine chronische Erkrankung, bei der der Abtransport über das Lymphsystem beeinträchtigt ist und sich dadurch Flüssigkeit und weitere Bestandteile im Gewebe ansammeln können.

Grundsätzlich werden primäre und sekundäre Lymphödeme unterschieden.

Bei einem primären Lymphödem bestehen angeborene beziehungsweise entwicklungsbedingte Veränderungen des Lymphsystems. Ein sekundäres Lymphödem entsteht dagegen infolge einer Schädigung oder Beeinträchtigung eines zuvor grundsätzlich funktionsfähigen Lymphsystems.

Ein bekanntes Beispiel sind Veränderungen des Lymphabflusses nach bestimmten Operationen oder onkologischen Behandlungen, insbesondere wenn Lymphknoten entfernt oder bestrahlt wurden.

Entscheidend ist jedoch: Nicht jede Schwellung ist ein Lymphödem. Die Ursache einer Schwellung kann nicht allein anhand ihres sichtbaren Erscheinungsbildes bestimmt werden.

Was ist ein Lipödem?

Das Lipödem muss vom Lymphödem unterschieden werden.

Es handelt sich um eine chronische Erkrankung des Fettgewebes, die typischerweise symmetrisch an den Extremitäten auftritt und mit Beschwerden wie Druck- oder Berührungsschmerz verbunden sein kann.

Damit unterscheidet sich das Lipödem grundsätzlich vom Lymphödem: Beim Lymphödem steht eine Störung des lymphatischen Transports im Mittelpunkt. Beim Lipödem handelt es sich dagegen nicht primär um eine Erkrankung des Lymphsystems.

Auch die häufig verwendete Bezeichnung „Wassereinlagerungen“ beschreibt ein Lipödem daher nicht angemessen.

Lipödem und Lymphödem können allerdings gleichzeitig vorliegen. Eine solche Unterscheidung beziehungsweise medizinische Diagnosestellung lässt sich nicht durch einen Onlineartikel oder anhand einzelner Symptome vornehmen.

Ödem, Lymphödem und Lipödem - wo liegt der Unterschied?

Die drei Begriffe sollten deshalb klar voneinander getrennt werden:

Ödem ist ein Oberbegriff für eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Gewebe.

Lymphödem bezeichnet eine Erkrankung, bei der eine Beeinträchtigung des lymphatischen Transports eine zentrale Rolle spielt.

Lipödem bezeichnet eine Erkrankung des Fettgewebes und ist nicht mit einem Lymphödem gleichzusetzen.

Für die Behandlung ist diese Unterscheidung relevant, weil aus dem bloßen Vorhandensein einer Schwellung

nicht automatisch eine bestimmte physiotherapeutische Maßnahme abgeleitet werden kann.

Was ist Manuelle Lymphdrainage (MLD)?

Die Manuelle Lymphdrainage ist eine spezielle physiotherapeutische Behandlungstechnik.

Dabei werden überwiegend sanfte und rhythmische manuelle Techniken auf der Haut eingesetzt. Sie unterscheiden sich deutlich von den Grifftechniken einer klassischen Massage.

MLD wird innerhalb eines entsprechenden medizinischen und physiotherapeutischen Behandlungsrahmens eingesetzt, um den Abtransport von Gewebsflüssigkeit über das Lymphsystem zu unterstützen.

Welche Körperregionen behandelt und welche Techniken eingesetzt werden, richtet sich nach der individuellen Situation.

Manuelle Lymphdrainage ist damit eine konkrete Behandlungstechnik - und kein Synonym für die gesamte Behandlung eines Lymphödems.

Was ist die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)?

Hier liegt eine besonders wichtige begriffliche Abgrenzung.

Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) beschreibt ein umfassenderes Behandlungskonzept.

Die Manuelle Lymphdrainage kann ein Bestandteil dieses Konzeptes sein, bildet die KPE jedoch nicht vollständig ab.

Je nach individuellem Behandlungsrahmen können zur KPE neben der Manuellen Lymphdrainage insbesondere Kompressionstherapie, Bewegung, Hautpflege und Maßnahmen zum Selbstmanagement gehören.

Vereinfacht gesagt:

MLD ist eine Behandlungstechnik. KPE ist ein Behandlungskonzept, innerhalb dessen MLD eingesetzt werden kann.

Wer Manuelle Lymphdrainage erhält, erhält deshalb nicht automatisch sämtliche Bestandteile einer KPE.

Welche Rolle spielt Kompression?

Bei der Behandlung eines Lymphödems kann die Kompression eine wesentliche Rolle spielen. Sie kann beispielsweise durch entsprechende Kompressionsversorgung oder - abhängig von der Behandlungsphase - durch Bandagierung erfolgen.

MLD und Kompression erfüllen dabei unterschiedliche Funktionen und sollten nicht als austauschbare Maßnahmen verstanden werden.

Welche Form der Kompression erforderlich ist und wie sie mit weiteren Maßnahmen kombiniert wird, richtet sich nach dem jeweiligen medizinischen und therapeutischen Kontext.

Wie wird ein Ödem physiotherapeutisch untersucht?

Neben der Anamnese und der klinischen Untersuchung können auch objektive Messverfahren eingesetztwerden.

In der Physiotherapie am Musikforum in Bochum werden bei entsprechender Fragestellung unter anderem die Umfänge der betroffenen Körperregionen standardisiert gemessen und dokumentiert.

Bei einer betroffenen Extremität können beispielsweise an festgelegten Messpunkten Umfangsmessungen vorgenommen werden. Diese liefern quantitative Werte, die dokumentiert und bei späteren Untersuchungen erneut erhoben werden können.

Damit lässt sich die Entwicklung der gemessenen Umfänge im Behandlungsverlauf objektiv vergleichen.

Die Messung ersetzt dabei nicht die medizinische Diagnose. Sie ergänzt die physiotherapeutische Befunderhebung um einen objektivierbaren Verlaufsparameter.

Warum sind objektive Messungen sinnvoll?

Eine Schwellung ausschließlich nach dem subjektiven Eindruck „mehr“ oder „weniger“ zu beurteilen, istungenau.

Standardisierte Umfangsmessungen ermöglichen dagegen einen Vergleich konkreter Messwerte. WerdenMesspunkte und Messbedingungen möglichst einheitlich gewählt, können Veränderungen im Verlauf nachvollziehbarer dokumentiert werden.

Das ist auch für die Behandlungsplanung relevant: Die physiotherapeutische Beurteilung stützt sich damit nichtausschließlich auf das sichtbare Erscheinungsbild oder das persönliche Empfinden, sondern kann durch objektiv erhobene Daten ergänzt werden.

Manuelle Lymphdrainage nach Operationen

Nach Operationen können Schwellungen auftreten. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass ein Lymphödem besteht oder Manuelle Lymphdrainage in jedem Fall erforderlich ist.

Postoperative Schwellungen können unterschiedliche Ursachen und Verläufe haben. Der Eingriff selbst, die aktuelle Heilungsphase, ärztliche Vorgaben und weitere individuelle Faktoren müssen bei der Einordnung berücksichtigt werden.

Deshalb lässt sich auch kein allgemeingültiger Zeitpunkt nennen, ab dem nach jeder Operation mit Manueller Lymphdrainage begonnen werden sollte.

Wie läuft MLD in der Physiotherapie am Musikforum ab?

Die Manuelle Lymphdrainage gehört zum physiotherapeutischen Leistungsangebot der Physiotherapie am Musikforum in Bochum.

Zu Beginn steht die individuelle physiotherapeutische Untersuchung. Neben Anamnese und klinischer Beurteilung können bei entsprechender Fragestellung objektive Umfangsmessungen durchgeführt und dokumentiert werden.

Die Behandlung wird anschließend entsprechend dem individuellen Befund und dem jeweiligen Behandlungsrahmen gestaltet. Im weiteren Verlauf können die Messungen wiederholt werden, um Veränderungen der gemessenen Umfänge nachvollziehbar zu dokumentieren.

Dabei wird Manuelle Lymphdrainage nicht als pauschale Behandlung jeder sichtbaren Schwellung verstanden. Entscheidend sind die zugrunde liegende Situation und der individuelle medizinische und physiotherapeutische Kontext.

Fazit: MLD ist ein Bestandteil - nicht das gesamte Behandlungskonzept


Bei der Einordnung lymphologischer Beschwerden ist eine klare Trennung der Begriffe wichtig.


Ein Ödem beschreibt zunächst eine Flüssigkeitsansammlung im Gewebe. Ein Lymphödem steht in Zusammenhang mit einer Beeinträchtigung des lymphatischen Transports. Das Lipödem ist dagegen eine
eigenständige Erkrankung des Fettgewebes und nicht mit einem Lymphödem gleichzusetzen.


Auch auf Behandlungsseite gilt eine wichtige Unterscheidung: Manuelle Lymphdrainage (MLD) ist eine spezifische physiotherapeutische Behandlungstechnik. Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)
ist ein umfassenderes Behandlungskonzept, innerhalb dessen MLD eine Komponente darstellen kann.


In der Physiotherapie am Musikforum kann die physiotherapeutische Befunderhebung zudem durch standardisierte Umfangsmessungen ergänzt werden. Dadurch können Messwerte dokumentiert und Veränderungen im Behandlungsverlauf objektiv miteinander verglichen werden.

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